Projektgruppe Leipzig

Gendergerechte Arbeitsorganisation in Kliniken

Im Leipziger Teilvorhaben wurden Krankenhäuser und Kliniken in Fragen des anforderungsgerechten Umgangs mit ärztlichen Mitarbeitenden sowie der Personalgewinnung und -bindung unterstützt. Folgende Maßnahmen haben wir für Führungskräfte, das Personalmanagement sowie die Gleichstellungsbeauftragten angeboten:

1. Beratung und Moderation von Arbeitsgruppen

2. Begutachtung öffentlichkeitswirksamer Darstellungen eines Krankenhauses (z.B. Internetpräsenz) hinsichtlich einer gendergerechten Sprache und Bildauswahl

3. Unterstützung von Führungskräften in der Karriereförderung ihrer ärztlichen Mitarbeitenden – hier finden Sie einen Leitfaden für ein Karriereentwicklungsgespräch

4. Einführung alternativer Arbeitszeit- und Dienstmodelle – z.B. können Sie mit einem Fragebogen die Zufriedenheit einer Führungskraft in Teilzeit sowie der Kolleginnen und Kollegen mit dem Modell Führung in Teilzeit erfassen

5. Angebot einer PersonalentwicklungsmaßnahmeGenderkompetentes Führen“

Zielgruppen dieser Personalentwicklungsmaßnahme sind insbesondere Klinikleitungen und Leitende Oberärzt_innen aller Fachgebiete, Gleichstellungsbüros, aber auch Personalstellen von Klinika. Diese fachliche Fortbildung orientiert sich im Sinne des Gender-Mainstreamings an den Bestimmungsstücken Information (Wissen)Sensibilisierung  (Einstellung)Transfer (Können) und fokussiert spezifische Strategien zur klinikinternen Sensibilisierung für hinderliche geschlechtsspezifische Karrierebedingungen. Je nach Zielgruppe wurde diese Fortbildung inhaltlich und zeitlich an die speziellen Erfordernisse, Bedarfslagen und Problemwahrnehmungen der jeweiligen Klinik bzw. Abteilung angepasst.

Grundlegender Ablauf der Implementierung:

  • Erstgespräch mit Verantwortlichen der Personalentwicklung, der Gleichstellungsbeauftragten und / oder der Klinikleitung
  • Erhebung des Status Quo der Organisation (in Bezug auf Geschlechterverhältnisse Angestellte, leitende Angestellte, Führungskräfte sowie zu bisher durchgeführten Maßnahmen) zur Eruierung eines spezifischen PE-Bedarfs
  • flexible Anpassung der Fortbildungsmaßnahme in Dauer (1,5 bis 5 Stunden), Frequenz (1-5 malig) und Themenvertiefung
  • Durchführung mit Schwerpunkt auf Transfer: Bearbeitung verschiedener Module, die gemeinsam mit Teilnehmenden an die jeweilige Station, Abteilung angepasst werden; das Ergebnis mündet in einer konkreten Anwendung
  • Vertiefung folgender Module / Themenbereiche möglich: a) Unternehmenskultur, b) Stellenausschreibungen, Beförderungen, Bewerbungs- und Mitarbeitendengespräche, c) Schwangerschaft, Elternzeit und Wiedereinstieg, d) Arbeitszeitmodelle und e) Kinderbetreuungsmöglichkeiten
  • Evaluation des Erfolges konkreter Maßnahmen

Für eine detaillierte Übersicht unserer Angebote steht Ihnen unsere Broschüre zur Verfügung.

Zusätzlich stand das Forum Geschlecht*MACHT*Krankenhaus interessierten Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung. Hier konnte ein anonymer Erfahrungsaustausch mit Kolleginnen und Kollegen bezüglich der Erfahrungen mit strukturellen Bedingungen (Ungleichbehandlung, Vereinbarkeit, Schwangerschaft, Befristung, Teilzeittätigkeit, etc…) und konkreten persönlichen Erlebnissen im ärztlichen Beruf stattfinden.

Projektgruppe Leipzig

Frau Prof. Dr. phil. Dorothee Alfermann leitete das Teilprojekt „Gendergerechte Arbeitsorganisation in Kliniken“ in Leipzig. Von 2008 bis 2014 war sie Teilprojektleiterin des vorangegangenen Verbundprojekts „KarMed – Karriereverläufe und Karrierebrüche von Ärztinnen während der fachärztlichen Weiterbildung“ in Leipzig. Als Mitglied des Zentrums für Frauen- und Geschlechterforschung und als Direktorin des Instituts für Sportpsychologie und Sportpädagogik der Universität Leipzig, Professur für Sportpsychologie, umfassen ihre Forschungsschwerpunkte Geschlechterrollen und Geschlechterunterschiede (u.a. Geschlechtsrollenidentität und Androgynie, koedukativer Sportunterricht), Wirkungen von Sport und Bewegung auf Selbstkonzept und Wohlbefinden, Karriereentwicklung und -beendigung im (Leistungs-)Sport sowie berufliche Karriereentwicklung in der Medizin.


Frau Dr. phil. Swantje Reimann studierte Psychologie an der Universität Leipzig und promovierte im Fach Soziologie an der Universität Witten-Herdecke. Von 2012 bis 2014 war sie Projektmitarbeiterin im Verbundprojekt „KarMed – Karriereverläufe und Karrierebrüche von Ärztinnen während der fachärztlichen Weiterbildung“ in Leipzig. Ihre Forschungsinteressen beziehen Sozialisationsprozesse, Biographien, die Entwicklung der Professionalisierung in der Medizin, Geschlechtersoziologie sowie Methoden der Rekonstruktiven Sozialforschung ein.


Frau Charlotte Konwisorz, M.A., studierte Psychologie an der Universität Halle-Wittenberg. Während des Studiums war sie Studentische Hilfskraft im Verbundprojekt „KarMed – Karriereverläufe und Karrierebrüche von Ärztinnen während der fachärztlichen Weiterbildung“ in Leipzig. In ihrer Masterarbeit beschäftigt sie sich mit dem Geschlechtsrollenselbstkonzept bei Ärztinnen.


Frau Catherina Sachse, M.A., studierte Politikwissenschaften an der Universität Leipzig. Während des Studiums war sie von 2012 bis 2014 Studentische Hilfskraft im Verbundprojekt „KarMed – Karriereverläufe und Karrierebrüche von Ärztinnen während der fachärztlichen Weiterbildung“ in Leipzig. Darüber hinaus liegen ihre Forschungsschwerpunkte auf Geschlechterforschung, Frauen- und Gleichstellungspolitik, Politik der DDR sowie Methoden der qualitativen Sozialforschung.


Herr Robert Schacht, M.A., studierte Soziologie an der Universität Potsdam. Während des Studiums war er als Wissenschaftliche Hilfskraft an der Professur für Geschlechtersoziologie sowie am Lehrstuhl für Theorie der Schule und des Lehrplans der Universität Potsdam angestellt. Seine Forschungsschwerpunkte umfassen Geschlechtersoziologie, Sportwissenschaftliche Geschlechterforschung und Methoden der qualitativen Sozialforschung.